Aktuelles & Pressemitteilungen

 
 
27.06.2017
Neues Express-Binnenschiff „HANSE“ erstmals in Hamburg

Hanse

Das Binnenschiff M/S „Hanse“ der Deutschen Binnenreederei (DBR) in Hamburg vor dem HHLA Container Terminal Altenwerder (CTA), Foto: HHLA / Dietmar Hasenpusch

Das größte Binnenschiff, das auf dem Elbe-Seitenkanal fahren kann, verkehrt jetzt regelmäßig als Expressschiff im Shuttleverkehr zwischen Braunschweig und Hamburg. Der Neubau M/S „Hanse“ bewältigt die 179 Kilometer lange Strecke mit einer Transitzeit von weniger als 24 Stunden. „Das ist ähnlich schnell wie der Lkw“, sagt Heiko Tominski, Sales Manager der Deutschen Binnenreederei (DBR) in Hamburg, für die die M/S „Hanse“ im Einsatz ist, „und außerdem produziert unser Schiff im Vergleich zum Lkw-Transport deutlich weniger CO2.“

Das neue Binnenschiff wurde bei seinem Erstanlauf in Hamburg an allen drei Containerterminals der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) – Altenwerder, Tollerort und Burchardkai – abgefertigt. Im Bedarfsfall können auch weitere Terminals bedient werden. Insgesamt wurden bei der HHLA 93 Container gelöscht und 96 geladen. Thomas Lütje, Direktor Vertrieb bei der HHLA, sagte dazu: „Regelmäßige Binnenschifftransporte erhöhen die Leistungsfähigkeit des Hamburger Hafens, denn sie entlasten Straßen und Brücken von Lkw-Verkehren. Außerdem können unsere Kunden ihre Transportkette ökologischer gestalten, denn das eingesetzte Schiff glänzt mit einer eindrucksvollen Umweltbilanz.“

Die M/S „Hanse“ wurde auf der Kötter-Werft in Haren gebaut und im Juni an den Partikulier Henning Jahn übergeben. Mit einer Länge von 100 Metern und einer Breite von 11,45 Metern gehört sie zu den „Scharnebeck-Max“-Schiffen. Die bisher eingesetzten Schubverbände müssen am Schiffshebewerk Scharnebek getrennt und in zwei Teilen geschleust werden. Ein zeitaufwendiger Vorgang, der bei der M/S „Hanse“ entfällt. Sie reduziert als Einzelfahrer die Schleusenzeit und damit auch die Transitzeit deutlich.

Die M/S „Hanse“ stapelt auf der Relation Hamburg-Braunschweig die Boxen in zwei Lagen an Bord, sodass das Binnenschiff insgesamt 96 Standardcontainer (TEU) transportieren kann. Das bedeutet, dass bei jeder Fahrt durchschnittlich 60 Lkw-Touren eingespart und der Treibstoff- und CO2-Ausstoß um zwei Drittel im Vergleich zur Lkw-Transportleistung reduziert werden. Zudem tankt das hochmoderne Binnenschiff innovativen GTL-Treibstoff (Gas to Liquids), der besonders rußarm ist.

Die DBR setzt das umweltfreundliche Expressschiff auf der Relation Hamburg-Braunschweig zusätzlich zu den bestehenden fünf wöchentlichen Abfahrten seiner Schubverbände ein. Tominski: „Mit dem Ausbau unserer Transportkapazitäten und Abfahrtfrequenzen reagieren wir auf die steigende Nachfrage nach Containertransporten per Binnenschiff.“ Mit der Eingliederung der M/S „Hanse“ in den Fahrplan bietet die DBR jetzt wöchentlich sechs bis sieben Schiffsabfahrten in beide Richtungen an. Zudem werden weitere Häfen wie Hannover regelmäßig bedient. „Je nach Bedarf setzen wir die M/S ‚Hanse‘ auch hier ergänzend ein.“

Quelle: HHLA

23.05.2017
Chance für die Elbe als digitales Testfeld Binnenschifffahrt?

Werden Elbe und Elbe-Seitenkanal zum digitalen Testfeld für die Binnenschifffahrt? Dafür werben die Beratungsunternehmen Hanseatic Transport Consultany (HTC) und ifak (Institut für Automation und Kommunikation) in einer Studie für die Länder Brandenburg, Hamburg und Sachsen-Anhalt, die der vergangenen Woche veröffentlicht wurde.

Hintergrund ist die große Sorge von HTC, dass die Binnenschifffahrt mit ihren überwiegend papier-, telefon- und faxgetriebenen Prozessen den Anschluss an die anderen Verkehrsträger verliert und zum Beispiel von den großen Seereedereien im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens überhaupt nicht mehr als Verkehrsträger in Betracht gezogen wird.

Richtig sei zwar, dass auf der Elbe in Sachen Binnenschifffahrt nicht viel los sei, sagte Prof. Jan Ninnemann von HTC im Gespräch mit dem Verkehrsbrief. „Aber gerade weil so wenig los ist, kann man viel mehr ausprobieren.“ Auf dem Rhein zum Beispiel könne viel mehr Verkehr in die Quere kommen.

Konkret schlagen die Gutachter vor:

  • Weiterentwicklung des vorhandenen River Information System (RIS) zu einer umfassenden Plattform für den Informationsaustausch – elektronische Gewässerkarten, Verkehrs- und Wetterlage, Pegel- und Fahrrinnentiefen, Schleusenwartezeiten. Die Anwendung sollte sowohl auf Tablet- oder Laptop-PCs sowie auf Smartphones nutzbar sein.
  • „Virtuelle Betonnung“ einer regelmäßig aktualisierten optimalen Fahrrinne, um so größere Abladetiefen über den heutigen starren „Fahrrinnenkasten“ hinaus zu ermöglichen. Um auch zwischen den Peilfahrten der WSV einen kontinuierliche Erfassung des Flussbettes zu ermöglich, wäre denkbar, „normale“ Binnenschiffe mit Peiltechnik auszustatten und mit deren Messergebnissen die Flussdaten zu aktualisieren.
  • Digitale Schleusenrangsteuerung am Elbe-Seitenkanal: Ziel ist einerseits, Wartezeiten an den Schleusen zu verringern, andererseits die Reisegeschwindigkeit der Schiffe zu optimieren - „Slow Steaming“ bei absehbarer Wartezeit an der Schleuse.
  • Vollautomatische Erfassung für die Kanalabgaben – auf ähnlicher technischer Basis wie die „E-Vignette“ für die Pkw-Maut - und für statistische Meldungen
  • Autonomes Fahren: Zum einen denkbar für einzelne Flussabschnitte oder Binnenhäfen in Anlehnung an ein belgisches Pilotprojekt, bei dem fahrerlose Kleinschiffe („Watertruck“) die Feinverteilung übernehmen sollen. Zum anderen schlagen die Gutachter eine modernisierte Schleppschifffahrt vor, bei denen die Schleppkähne ohne Personal (speziell Rudergänger) auskommen. Vorteil der Schleppschifffahrt ist, dass Schleppverbünde wesentlich geringere Ansprüche an die Fahrrinnentiefe stellen als Motorschiffe.

Technische Voraussetzung für alle Vorhaben ist aber, dass die Mobilfunk-Netzabdeckung der Wasserstraßen wesentlich verbessert wird und zumindest in den Häfen und an den WSV-Anlagen auch WLAN mit hohen Übertragungsraten bereitgestellt wird. Das deckt sich mit Forderungen aus der Binnenschifffahrt selbst. Auch der Ansatz zum besseren Management der Schleusen wird dort begrüßt.

In rechtlicher Hinsicht ist nach Einschätzung der Gutachter notwendig, in der Binnenschifffahrtsstraßenordnung den Einsatz von Automatischem Identifikationssystem (AIS) und elektronischen Wasserstraßenkarten (ECDIS) vorzuschreiben. Gegen eine intensivere Nutzung von AIS-Daten gibt es in der Branche allerdings immer wieder Bedenken, weil befürchtet wird, dass dann Kundenbeziehungen auf breiter Basis öffentlich erkennbar werden. 

Externer Link: Studie Elbe 4.0 (Lang- und Kurzfassung)

Quelle: Verkehrsbrief - Matthias Roeser

05.04.2017
Umschlag der Hafen Lüneburg GmbH ist erneut gewachsen und es bestehen gute Entwicklungsperspektiven für den Hafen Lüneburg

Bild Hafen Lüneburg

Foto: Hafen Lüneburg GmbH

Lüneburg (Hafen Lüneburg GmbH) - Der Umschlag der Hafen Lüneburg GmbH ist in 2016 erneut gewachsen. Im Vergleich zum Vorjahr hat der Güter- und Warenumschlag um 3,3 %, auf rund 297.000 t zugenommen.

In 2016 haben 188 Binnenschiffe den Hafen Lüneburg angesteuert und ca. 208.000 to an Massengut transportiert. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang von ca. 26.000 to (oder -11 %). Jedoch wurden über die Industriebahnen ca. 89.000 to an Massengut und Fertigprodukten, in ca. 1.700 Waggons ( 410 Zugfahrten ), bewegt, so dass im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von ca. 35.000 to ( oder + 65 % ) zu registrieren war.

Die Hafen Lüneburg GmbH hat in den Jahren 2014 bis 2016 rund 2,3 Mio € in die Grunderneuerung der Industriebahnen investiert, so dass die vorhandene Gleisinfrastruktur wieder vollumfänglich genutzt werden kann. Vor allem die Bahnanlagen der Hafenbahn, die mit Ganzzügen von bis zu 750 m Länge problemlos befahren werden kann und auf der zum Umschlag nur wenig Rangierfahrten notwendig sind, wurde vermehrt auch zur Abfertigung von Projektgeschäften in der Region genutzt, d.h. nicht nur lokal ansässige Unternehmen haben die Anlagen genutzt. Der Hafenstandort hat sich damit als verlässlich nutzbarer trimodaler Umschlagsplatz, auch in der südlichen Metropolregion Hamburg, präsentieren können.

Die insgesamt positive Entwicklung in 2016 ( +3,3 % im Gesamtumschlag ) resultiert vor allem aus einer Steigerung des Umschlages von Steinen und Erden + 32 % und Fertigprodukten + 50 %. Im Vergleich zum Vorjahr war der Umschlag von landwirtschaftlichen Produkten – 19 %, von Erzen und Metallabfällen -39 % und Düngemitteln – 37 % jedoch rückläufig.

Es bestehen für den Hafen Lüneburg konkrete Entwicklungsperspektiven, da im März 2017 die Volksbank Osterburg – Lüchow-Dannenberg eG mit den Arbeiten zum Neubau einer Düngemittelhalle, unmittelbar am Hafenbecken und in enger Zusammenarbeit mit der Hafen Lüneburg GmbH begonnen hat. Durch diese Investition werden die bisherigen Kapazitäten der Raiffeisen Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH – einem Tochterunternehmen der Volksbank – von rund 100.000 t für Getreide- und Ölsaaten um 32.000 t für Düngemittel im Hafen erhöht. Zudem errichtet das Unternehmen die erforderlichen Umschlagseinrichtungen, wie zum Beispiel eine Bahnannahme für Schüttgüter und eine direkte Schiffsannahme.

Im östlichen Hafenbereich befinden sich zudem ein ca. 1,3 ha großes freies Grundstück und ein ebenfalls ca. 1,3 ha großer Hallenkomplex, beide im Besitz der Hansestadt Lüneburg und direkt am Hafenbecken gelegen, in der Planung zur Entwicklung einer hafenbezogenen Nutzung.

„Insgesamt besteht somit aktuell eine gute Entwicklungsperspektive für den
Hafenstandort Lüneburg“, so der Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH Herr Lars Strehse.

30.03.2017
Viel Platz für neue Firmen

Uelzen - „Der Hafen boomt. “ „Uelzen hat den am stärksten frequentierten Hafen am Elbe-Seitenkanal. “ „Wir kommen die Kapazitätsgrenze von 500 000 Tonnen Umschlag.“

Stadtbaurat Karsten Scheele-Krogull fand jetzt klare Worte um den Bedarf zusätzlicher Gewerbeflächen zu skizzieren. „Bis auf den letzten Meter“, so Scheele-Krogull außerdem, hätten die Gewerbetreibenden die Hafenkante zugebaut.

Im Verwaltungsausschuss sei deswegen jetzt beschlossen worden, gegenüber, auf der östlichen Seite des Kanals, 107 Hektar für das Gewerbegebiet Hafen-Ost im Flächennutzungsplan auszuweisen. Der „trimodale Anschluss“ – Schiene, Straße, Wasser – des Gewerbegietes sei auch auf dieser Seite gegeben, das Gebiet somit attraktiv. Zusätzliche Impulse werde die neue Schleuse in Scharnebeck ab 2025 geben. Vorstöße aus Molzen und Riestedt, aufgrund der Belastung für die Orte ein kleineres Gebiet auszuweisen, wurden vorerst nicht berücksichtigt. Nächste Schritte, so Scheele-Krogull, seien Schall- und Verkehrsgutachten, ab Herbst 2018 könne in dem Gebiet abschnittsweise die Bebauungsplanung angegangen werden, ab 2021 die Erschließung beginnen. Gewerbe könne sich hier ab 2023 ansiedeln.

Das Gebiet „Hafen-Ost“ ist nicht der einzige Ansatz, um in Uelzen mehr Fläche für Firmen zu schaffen. Insbesondere der Bau der Autobahnstrecke zwischen Lüneburg und Wolfsburg soll Uelzen wirtschaftlichen Aufschwung bringen. 300 Hektar weitere Gewerbefläche seien angedacht, so Scheele-Krogull. Bis diese konkret geplant würden, werde aber noch Zeit ins Land gehen, da zunächst das Planfeststellungsverfahren zum Bau der A 39 abgeschlossen sein müsse. Grundsätzlich seien Flächen südlich von Riestedt und südwestlich von Hanstedt II beabsichtigt, so der Stadtbaurat. Den genauen Verlauf der Autobahn müsse man aber abwarten. „Vor 2030 werden wir keine Flächen an der A 39 ausweisen“, so Scheele-Krogull.

 Die derzeitigen Gewerbeflächen reichen bis 2023. Kurzfristig entstehen soll ein Gewerbegebiet nördlich des Störtenbütteller Weges. Dort könnte sich Gewerbe bereits 2019 ansiedeln. Der Stadtbaurat geht davon aus, dass auch diese Fläche begehrt sein wird. Sie liege, ähnlich wie auf der anderen Seite der B 4 das Gewerbegebiet an der Ludwig-Erhard-Straße, sehr verkehrsgünstig – und dort werde derzeitig „kräftig gebaut“. Und erste Interessenten gibt es bereits, so Karsten Scheele-Krogull.
 
Quelle: www.az-online.de; Artikel von Steffen Kahl
27.03.2017
2. Regionalkonferenz Gesamtkonzept Elbe - Etappenziel erreicht!

Auf Einladung des Bundes und der beteiligten Länder haben heute im Magdeburger Dom rund 200 interessierte Gäste bei der zweiten Regionalkonferenz Elbe über das präsentierte Zwischenfazit des Gesamtkonzeptes Elbe und die Zukunft der Elbe diskutiert.

Die heute vorgestellten Ergebnisse wurden in den vergangenen eineinhalb Jahren in intensiver Zusammenarbeit zwischen VertreterInnen der Bundes- und Landesbehörden sowie InteressenvertreterInnen aus Umwelt und Wirtschaft sowie Zivilgesellschaft und Kirchen im Beratergremium entwickelt.

Hans Bärthel, Leiter der Bund-Länder-Arbeitsgruppe des Gesamtkonzeptes Elbe: „Von allen Akteuren des Prozesses wurde heute klar zum Ausdruck gebracht, dass das Thema Erosionsbekämpfung eine zentrale Rolle spielt.“

Das Gesamtkonzept enthält neben einem Handlungsrahmen auch Vorschläge zu konkreten Maßnahmen für die Zukunft der Elbe, die sowohl dem Naturschutz als auch der Wasserwirtschaft und dem Schiffsverkehr dienen. Unter Beteiligung der Interessenvertretungen wird dem Anschlussprozess besondere Bedeutung zukommen.

Nach der Veröffentlichung erster Ergebnisse bei der Regionalkonferenz im Mai 2016 wurde das Gesamtkonzept Elbe dann im Januar 2017 durch das Bund-Länder-Gremium verabschiedet und bildet nun die Grundlage für den zukünftigen Prozess.


Das Gesamtkonzept Elbe sowie die bisherigen Stellungnahmen dazu können unter dem folgenden Link heruntergeladen werden: http://www.gesamtkonzept-elbe.bund.de/Webs/GkElbe/DE/Informationen/Ergebnis/Ergebnis_node.html

Quelle: http://www.gesamtkonzept-elbe.bund.de

21.03.2017
Wittinger Hafen legt wieder zu

Wittingen. Der Güterumschlag im Wittinger Hafen ist 2016 wieder gewachsen. Die OHU meldet eine Gesamtmenge von 310.700 Tonnen. Gegenüber 2015 ist das eine Steigerung um 6,34 Prozent.

An die Zahlen aus Uelzen kommt Wittingen damit aber nach wie vor nicht heran: Im nördlichen Nachbarhafen summierte sich der Umschlag auf 416.000 Tonnen, ein Minus von 6,6 Prozent.

Vor einigen Jahren hatte Wittingen seine führende Rolle am Elbe-Seitenkanal an Uelzen eingebüßt, dort ist zwischenzeitlich stark investiert worden. Beim Schiffsumschlag meldet die Uelzener Umschlagsgesellschaft UHU erneut ein kleines Wachstum (um 1,24 Prozent auf 287.600 Tonnen), während der Landumschlag dort um ein Fünftel geschrumpft ist. Welche Rolle der Lüneburger Hafen im letzten Jahr gespielt hat, bleibt abzuwarten – die Zahlen sind noch nicht veröffentlicht.

Für das Plus am Wittinger Hafen sorgt vor allem der Schiffsumschlag. Der ist mit rund 269 000 Tonnen um 9 Prozent gestiegen. Der Landumschlag ist dagegen um rund 6 Prozent geschrumpft und betrug letztes Jahr noch 41 400 Tonnen.

Trotz der erfreulichen Zunahme beim Umschlag im Wittinger Hafen: Die 342.000 Tonnen aus dem Jahr 2014 wurden letztes Jahr nicht wieder erreicht. 2015 war mit 292.000 Tonnen die 300.000er Marke unterschritten worden.

Von den Mitarbeitern der OHU sind im letzten Jahr 321 Schiffe abgefertigt worden – 23 mehr als im Vorjahr. 2014 hatten noch 348 Schiffe an der Umschlagstelle angelegt. Interessant: In Uelzen wurden 2016 nur 297 Schiffe abgefertigt – dabei wurde aber eine größere Gütermenge umgeschlagen. Hauptgüter in Wittingen waren mit großem Abstand Mineralöl, gefolgt von Cellulose, Holzhackschnitzel, Rundholz und Getreide. In Uelzen macht Getreide mit fast 169.000 Tonnen den Löwenanteil der Ladung aus, eine große Rolle spielen auch Holz, Dünger und Kohlen.

Quelle: www.az-online.de; Artikel von Holger Boden

20.03.2017
Scharnebeck: Bundesverkehrsminister Dobrindt bekennt sich zur Region

Scharnebeck - Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) hat gestern das Schiffshebewerk in Scharnebeck besucht und seine Unterstützung für den Neubau der viel geforderten Schleuse versichert. Zuletzt beliefen sich die Kosten für das Projekt auf rund 270 Millionen Euro. Zudem verkündete Dobrindt nun offiziell, dass die Schiffströge der geplanten Schleuse tatsächlich größer werden als es jüngst im „Bundesverkehrswegeplan 2030“ vom Bundestag beschlossen wurde. Statt 190 Meter sollen die Behälter, die die Binnenschiffe im Elbe-Seitenkanal auf- und absenken, 225 Meter lang werden. Damit soll auch längeren Schubverbänden das Passieren ermöglicht werden – eine Forderung, die aus der Region immer wieder an den Bund herangetragen wurde.

Minister fährt auf Eisbrecher ein

Gut eine Stunde schipperte Dobrindt mit seiner Entourage auf dem Eisbrecher „Keiler“ von Lauenburg aus über Elbe und Elbe-Seitenkanal, bis er am Nachmittag das Schiffshebewerk erreichte. Dort wurden Eisbrecher und Minister 38 Meter hoch in den Oberhafen gehoben, im Auto ging es für Dobrindt weiter zur Pressekonferenz ins Informationszentrum des Schiffshebewerks. Dort warteten neben Mitarbeitern der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung, Bundestagsabgeordnete, Bürgermeister und Wirtschaftsvertreter.

Dobrindt erklärte: „Für uns ist es ein ganz großes Anliegen als Ministerium, dafür zu sorgen, dass eine Verstärkung des Schiffshebewerks über den Neubau einer Schleusenanlage stattfindet.“ Eine Kombination von Schleusenanlage und Schiffshebewerk sei keine Selbstverständlichkeit. „Das zeigt aber auch das Bekenntnis des Bundesministeriums für Verkehr und Digitale Infrastruktur zur Region und zum Kanal hier vor Ort.“ Und: „Es geht hier auch um eine weitere technische Meisterleistung.“ Eine Schleuse, die 38 Höhenmeter überwindet, gebe es bisher nicht. „Das heißt, auch hier erleben wir dann eine neue technische Innovation und Meisterleistung, wie sie beim Bau des seinerzeit größten Schiffshebewerks der Welt bestanden hat.“

Brackmann: „Hamburger Hafen wird völlig überlaufen“

Mitinitiiert hatte den Ministerbesuch der Bundestagsabgeordnete Nobert Brackmann (CDU) aus dem Kreis Herzogtum Lauenburg. Er ist im Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages Berichterstatter für den Etat des Ministers, zu dem auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) zählt. Brackmann sagt zur Entscheidung des Ministers, das Schleusenbauwerk zu unterstützen: „Das hat für die Schifffahrt einen riesengroßen Vorteil.“ Gleichzeitig sei das ein Fingerzeig für die Schleuse in Uelzen, die wohl in 20 Jahren erneuert werden müsse. Brackmann: „Wir gehen davon aus, dass irgendwann nach 2030 der Hamburger Hafen völlig überläuft mit Frachtverkehren. Die wird er dann nicht mehr über Schiene und Straße ableiten können. Das Nadelöhr ist heute Scharnebeck, künftig möglicherweise auch Uelzen, deswegen haben wir hier einen Akzent gesetzt.“

Dobrindt: Spatenstich könnte 2021 erfolgen

Auch andere Abgeordnete ergriffen das Wort: „Lieber Alexander Dobrindt, deine Entscheidungen beflügeln unsere Region. Sie sind ein Investitionssprung, das gilt insbesondere für das Schiffshebewerk“, sagte der Uelzener Bundestagsabgeordnete Henning Otte (CDU), der seinen Lüneburger Abgeordnetenkollegen Eckhard Pols vertrat, der noch auf einer Dienstreise im Baltikum war. Otte nannte in seiner Dankesrede auch die geplanten Investitionen in den Ausbau von Breitband, Schienen und Autobahnen.

Die genauen Kosten für die Schleuse dürften auf dem Tisch liegen, sobald das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist. Dobrindt sprach von einer Vorplanungszeit von zunächst zwei Jahren. Ein möglicher Spatenstich könnte 2021 erfolgen, vielleicht später, hieß es gestern. Das gehe manchen nicht schnell genug, verdeutlichte Martin Exner. Der stellvertretende Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg warb gegenüber Dobrindt dafür, die breite Unterstützung in der Region wahrzunehmen, um den Planungs- und Bauprozess zu beschleunigen.

Auf LZ-Nachfrage, ob es sehr schwierig gewesen sei, ihn davon zu überzeugen, soviel Geld beim Elbe-Seitenkanal und nicht an der Donau zu verbuddeln, sagte Dobrindt: „Ich freue mich in der Tat über jede Investition, die ich auch – ich kenne den Hintergrund der Frage – im Norden Deutschlands in ein Projekt investieren kann.“

 

Quelle: www.landeszeitung.de; Artikel von Dennis Thomas

17.03.2017
Schleuse Lüneburg: Region will eine schnelle Umsetzung unterstützen - Verhandlungen zum rechtlichen Rahmen laufen

Lüneburg - „Wir bitten das Bundesverkehrsministerium, alle Möglichkeiten einer möglichst zügigen Planung für die Schleuse Lüneburg zu prüfen. Je früher Baureife hergestellt werden kann, je früher der Flaschenhals in Scharnebeck beseitigt wird, desto besser für Umwelt und Wirtschaft!“ Mit diesen Worten unterstreicht Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg, den Wunsch der Region nach einer schnellen Realisierung.

Anlass ist ein Gespräch mit Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt, der heute das Schiffshebewerk in Scharnebeck besucht - den Ort, an dem die Schleuse Lüneburg errichtet werden soll. „Die Länder Niedersachsen und Hamburg sowie zahlreiche Landkreise, Kommunen, Verbände und Unternehmen, sind bereit, eine schnelle Umsetzung zu unterstützen“, sagt Exner. Derzeit verhandle man mit dem Bundesverkehrsministerium über eine Planungsvereinbarung, die den rechtlichen Rahmen dafür schaffen soll. Exner weist auch darauf hin, dass es kaum ein anderes Infrastrukturprojekt dieser Größe geben dürfte, das von einem so breiten Konsens - parteiübergreifend und bis zu den Umweltverbänden - getragen werde.

Der IHK-Verkehrsexperte Exner dankte Minister Dobrindt sowie den Bundestagsabgeordneten Brackmann und Otte für die feste Verankerung der 225 Meter langen Schleuse in der Infrastrukturplanung des Bundes und für die Bewilligung einer Reihe von Planstellen für die Umsetzung des Vorhabens. Exner: „Jetzt müssen die bewilligten Stellen zügig besetzt werden, damit wir in die Umsetzung kommen und die noch anstehenden Planungen in Angriff genommen werden.“

30.01.2017
Jahresbilanz Elbe-Seitenkanal 2016 - Containertransport im Aufwind!

Uelzen - Im Jahr 2016 wurde die Anzahl der Containertransporte auf dem Elbe Seitenkanal im Vergleich zum Vorjahr erneut übertroffen. Die 2016 am Schiffshebewerk Lüneburg in Scharnebeck und an der Schleuse Uelzen ermittelten 112.000 Standardcontainer zeigen eine Steigerung von 12 Prozent. Starke Zuwächse sind vor allem beim Transport von Containern von und nach Hamburg zu verzeichnen.

Kai Römer, Sachbereichsleiter Schifffahrt beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Uelzen: „Wir freuen uns über die erneut gestiegenen Containertransporte auf dem Elbe-Seitenkanal, auch weil die Gesamtanzahl der umgeschlagenen Container im Hamburger Hafen in den ersten drei Quartalen 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozent zurückging.“

„Damit trägt der Elbe-Seitenkanal entscheidend zur Verlagerung von Containern von der Straße auf die Wasserstraße bei. Das ist ein wichtiger ökologischer Aspekt“, so Kai Römer.

Insgesamt gab es bei den transportierten Ladungstonnen auf dem Elbe Seitenkanal einen leichten Rückgang. So wurden an der Schleuse Uelzen am Elbe-Seitenkanal nur etwas über 10 Mio. Tonnen an Gütern geschleust. Das bedeutet gegenüber dem Rekordjahr 2015 ein Rückgang von etwa neun Prozent.

Auch die Anzahl der geschleusten Güterschiffe (16.786) ist 2016 im Vergleich zum Vorjahr auf 15.487 in 2016 zurückgegangen. Zurückzuführen ist dies in erster Linie auf rückläufige Transporte bei land- und forstwirtschaftlichen Erzeugnissen.

18.01.2017
Bund und Länder verständigen sich auf "Gesamtkonzept Elbe"

Bund und Länder haben sich auf ein Gesamtkonzept zur Nutzung der Elbe verständigt. Der Beschluss erfolgte auf der Grundlage des Entwurfs, den das so genannte Beratergremium für das Elbekonzept Mitte Dezember 2016 im gegenseitigen Einvernehmen zur Entscheidung vorgelegt hat. Dem Gremium gehören neben den Bundes- und Landesbehörden auch Umwelt- und Wirtschaftsverbände an. Die Binnenelbe beherbergt wertvolle Natur- und Kulturlandschaften und ursprüngliche Lebensräume, die von herausragender Bedeutung sind. Die Flusslandschaft Elbe ist auf mehr als 400 Flusskilometern - als ältestes deutsches UNESCO-Biosphärenreservat - Modelllandschaft für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen.

Im nächsten Schritt werden das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) dem Deutschen Bundestag zum Gesamtkonzept Elbe berichten.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur:

Die heutige Entscheidung ist ein großer Erfolg. Ökonomie und "Ökologie sind zwei Seiten der gleichen Medaille. Mit diesem Kompromiss haben wir es geschafft, etwas Gutes für die Elbe zu erzielen. Mein Dank gilt allen Beteiligten, die für dieses gute Ergebnis gesorgt haben."

Florian Pronold, Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit:

"Der nun erzielte Kompromiss hat nur Gewinner: Die Umwelt, die Wirtschaft und die Gesellschaft! Alle haben sich zu Gunsten des Erhalts des einzigartigen Natur- und Kulturraums Flusslandschaft Elbe bewegt."

Mit dem Gesamtkonzept Elbe wird dem Fluss eine langfristige Entwicklungsperspektive gegeben. Es sieht neue Leitlinien und Maßnahmen für die Nutzung der Elbe vor, um die Interessen der Binnenschifffahrt, der Wasserwirtschaft und des Naturschutzes miteinander in Einklang zu bringen. Außerdem garantiert es einen Beteiligungsprozess, der sicherstellt, dass Interessenvertreter und die breite Öffentlichkeit in die Umsetzung von Maßnahmen einbezogen werden. Damit ist auch die gemeinsame Weiterentwicklung des Gesamtkonzepts verankert.

Das Gesamtkonzept Elbe soll in einer Regionalkonferenz Ende März 2017 einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt werden.

Quelle: BMVI

30.11.2016
Schulterschluss für neue Schleuse

Politik und Wirtschaft im östlichen Niedersachsen haben großes Interesse an dem Projekt – und wollen deshalb jetzt den Turbo in das Planungsverfahren einbauen. Das bedeutet auch finanzielles Engagement: Der Landkreis Gifhorn ist da bereits mit von der Partie, gleiches plant man in der Stadt Wittingen.

Jeweils 10 000 Euro für die Haushaltsjahre 2017 bis 2020 – diese Summen sollen nach dem Willen des Wirtschaftsausschusses des Landkreises von Gifhorn aus in den Topf fließen, aus dem vier Ingenieure bezahlt werden sollen, die den Schleusen-Neubau planerisch voranbringen. Das Votum war einstimmig, so dass die Zustimmung des Kreistages als Formsache gelten dürfte.

 Weitere Akteure zwischen Lüneburg und Wolfsburg werden wohl folgen. So soll in den Vorschlägen für die Wittinger Haushaltsberatungen nach Angaben von Wirtschaftsamtsleiter Günter Kruse ebenfalls ein Posten stehen, der einer Beschleunigung der Scharnebeck-Planungen gewidmet wird.

Der Aufruf zu der „Sammlung“ kommt vom „Bündnis für den Elbe-Seitenkanal“, dem Häfen, Kommunen und Kreise entlang der Wasserstraße angehören. Den Hintergrund erläuterten Kreisrat Detlev Loos und Jörg Burmeister, Abteilungsleiter der Wirtschaftsförderung, den Ausschussmitgliedern des Kreistages: Das Scharnebecker Vorhaben habe es nur „ganz knapp“ in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans geschafft, man rechne mit einer Bauzeit von sieben Jahren, und vorher müssen noch Planungs- und Planfeststellungsverfahren abgewickelt werden. Daher gibt es Befürchtungen, dass aus der neuen Schleuse ein Endlos-Projekt werden könnte – und deshalb habe die Region ein Interesse, den Prozess zu beschleunigen. Der Bund als Träger der Planung soll wohl auch durch das (finanzielle) Signal aus der Region angetrieben werden.

Zwei der vier Ingenieursstellen, so Loos, seien bereits finanziert – durch das Land Niedersachsen und durch die Stadt Hamburg. Die vier gesuchten Planer sollen nach Angaben des Landkreises über die Wolfsburg AG beschäftigt werden. Man gehe davon aus, dass man hochkarätige Experten brauche, die sich von einem Gehalt im öffentlichen Dienst nicht unbedingt locken lassen: „Da soll schließlich eins der weltgrößten Schiffshebewerke gebaut werden.“

Quelle: www.az-online.de; Artikel von Holger Boden

18.11.2016
4. MetroLog-Konferenz der Metropolregion Hamburg in Lüneburg: Trimodalität und Industrie 4.0 im Mittelpunkt

 Metrolog

Pressefoto Begrüßung zur 4.MetroLog in Lüneburg

v.l.: Lars Strehse (Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH), Manfred Nahrstedt (Landrat, Landkreis Lüneburg), Prof. Dr. Peer Witten (Vorstandsvorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg), Daniela Behrens (Staatssekretärin, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Arbeit, Hannover), Andreas Rieckhof (Staatsrat, Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation, Hamburg), Dr. Jürgen Glaser (Leiter Geschäftsstelle Metropolregion Hamburg der Logistik-Initiative Hamburg / Süderelbe AG), Wolfgang Kloppenburg (Vorstandsvorsitzender, Osthannoversche Eisenbahnen AG).

Hansestadt Lüneburg, 18. November 2016 - In der historischen Ritterakademie kamen über 120 Teilnehmer auf Einladung der Logistik-Initiative Hamburg zu der vierten regionalen Logistikkonferenz der Metropolregion Hamburg, der „MetroLog 2016“, zusammen. Thematische Schwerpunkte der MetroLog waren die Trimodalität des Hafens Lüneburg sowie Industrie 4.0 als Chance für die Logistikregion Hamburg.

Zahlreiche Unternehmer aus der Branche sowie führende Entscheider aus Politik und Verwaltung kamen nach Lüneburg. Landrat Manfred Nahrstedt und Prof. Dr. Peer Witten, Vorsitzender der Logistik-Initiative Hamburg, begrüßten die Gäste. Hochrangige Vertreter aus der Politik wie Niedersachsens Staatssekretärin Daniela Behrens und der Hamburger Staatsrat für Verkehr, Andreas Rieckhof leiteten die Podiumsdiskussion ein. Behrens: „Der Norden muss sich gemeinsam so aufstellen, dass die steigenden Gütermengenzuwächse bewältigt werden können. Die MetroLog bringt die Beteiligten zusammen. Erfolge können nur durch einen Schulterschluss der Länder innerhalb der Metropolregion Hamburg erzielt werden.“ Staatsrat Andreas Rieckhof: „Hamburg hat sich klare Ziele gesteckt, um die aktuell hohe Standortqualität für die Logistik aufrechtzuerhalten. Die wirtschaftsgeografische Lage und der trimodale Hinterlandverkehr ist für die Anbindung von Ziel- und Quellländern entscheidend.“ Im zweiten Teil der Veranstaltung wurde in vier Kurzreferaten die Dynamik der Logistikregion Lüneburg und die Chancen für die Metropolregion Hamburg durch die Digitalisierung vorgestellt. So präsentierte Lars Strehse, Geschäftsführer der Hafen Lüneburg GmbH den Lüneburger Binnenhafen als Wirtschafts- und Standortfaktor und Dr. Jürgen Bischoff, Mitglied der Geschäftsleitung agiplan GmbH zeigte die Chancen auf, die sich durch Industrie 4.0 für den Mittelstand und für die Logistik ergeben.

 Unterstützt wurde die Veranstaltung von der IHK Lüneburg-Wolfsburg, dem Landkreis Lüneburg, Hafen Lüneburg GmbH, den Logistikinitiativen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern sowie dem Logistikportal Niedersachsen.

 Prof. Dr. Witten, Vorsitzender der Logistikinitiative Hamburg, und Dr. Jürgen Glaser, Prokurist der Süderelbe AG waren sich einig: „Die Veranstaltung hat gezeigt, dass Lüneburg als Logistikstandort heute schon gut aufgestellt ist. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt, durch einen Infrastrukturausbau für die Verkehrsträger Straße (A39), Schiene (Alpha–E) und Wasserstraße (Schleuse Lüneburg/Scharnebeck). Nun gilt es die Entwicklungsimpulse zum Wohle des Standortes und der Region entsprechend zu nutzen.“

 Die nächste MetroLog findet statt am 09. November 2017 in der Hansestadt Lübeck.

14.07.2016
Seit Jahrzehnten ein wichtiger Transportweg

1976 ist der Elbe-Seitenkanal (ESK) eingeweiht worden. Die rund 115 km lange Verbindung zwischen Elbe und Mittellandkanal hat sich für den Hamburger Hafen im Hinterlandverkehr zu der wichtigsten wasserseitigen Anbindung entwickelt – trotz der allgegenwärtigen Infrastrukturproblematik.

Im vergangenen Jahr wurden rund 11Mio.t Güter über den ESK transportiert, in etwa so viel wie im Vorjahr. Einen neuen Rekord gab es im Containerverkehr: nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes wurden fast 100.000 TEU am Schiffshebewerk Scharnebeck gezählt. Branchenkenner sehen künftig noch weitaus größeres Potenzial, was die Leistungsfähigkeit des ESK betrifft. Rolf Bösinger, Staatsrat für Wirtschaft in Hamburg, sprach jüngst auf dem Elbschifffahrtstag gar davon, den Anteil der über den ESK transportierten Containerverkehre von und zum Hamburger Hafen bis zum Jahr 2025 um etwa 20% steigern zu können.

Probleme an den Schleusen

Ihr volles Leistungsvermögen kann die 1976 eröffnete künstliche Wasserstraße jedoch noch immer nicht ausschöpfen. Die Ausmaße einiger Schleusen sind schlicht zu klein und daher für die heutigen Schiffsklassen wie Großmotorgüterschiffe unpassierbar. Doch sind es gerade diese Schiffsklassen, die die kleineren in Zukunft ablösen werden. »Niemand baut heute mehr ein 80 m langes Schiff«, betont Stefan Kunze, Vorstandsvorsitzender der Elbe Allianz. Mit den Jahren werden die kleineren Schiffe entsprechend immer weniger. Folglich sinkt auch die Zahl der Fahrzeuge, die den ESK überhaupt befahren können. 

Aufgrund der zu geringen Schleusenmaße kann der ESK nur von Schiffen mit einer maximalen Länge von 100 m genutzt werden. Ein großes Problem ist in erster Linie das Schiffshebewerk Scharnebeck, dessen beiden Tröge nur jeweils rund 100 m lang sind. Schubverbände müssen abkoppeln und gewissermaßen in zwei Etappen geschleust werden, was kostbare Zeit in Anspruch nimmt. Moderne Großmotorgüterschiffe können erst gar nicht befördert werden. Da hilft es auch nichts, dass beispielsweise die ebenfalls am ESK gelegene Schleuse Uelzen deutlich länger ist.

Hier und in Scharnebeck treten überdies immer häufiger technische Mängel an den Bauwerken auf, was die Reparaturintervalle immer kürzer werden lässt. Beispielsweise war über Monate nur einer der beiden Tröge in Scharnebeck nutzbar, da nacheinander an beiden Trögen Instandsetzungsarbeiten stattfanden. Die Folge waren teils erhebliche Verzögerungen im Betriebsablauf und lange Wartezeiten für die Schiffsführer.

Neben den zu kleinen Schleusen bereiten zu niedrige Brücken Probleme. Ein dreilagiger Containerverkehr ist deshalb nicht möglich. Trotzdem wird der ESK auch von Containerreedereien regelmäßig genutzt. Wichtige Kunden sind Börde Container Feeder (BCF) oder die Deutsche Binnenreederei (DBR), die über den ESK die Boxen zum und aus dem Hamburger Hafen ins Hinterland transportieren. Doch auch von zahlreichen anderen Reedereien wird die Wasserstraße regelmäßig genutzt. Das Binnenschifffahrtskontor Sommerfeld transportiert regelmäßig trockene Massengüter über den ESK während beispielsweise die Reedereien Dettmer und Jaegers flüssige Güter darauf befördern.

Die Bedeutung des ESK steigt zudem, wenn aufgrund zu geringer Fahrwassertiefen der Elbe, Schiffe gewissermaßen über den ESK ausweichen müssen, um ihre Güter überhaupt über den Wasserweg transportieren zu können. Dann nimmt er eine Art Bypassfunktion ein.

Positives Zeichen aus der Politik

Mittlerweile hat auch die Politik die Wichtigkeit des ESK erkannt. So wurde ein Neubau der Schleuse Scharnebeck in den Entwurf des Bundesverkehrswegeplans (BVWP) aufgenommen. Für Kunze ist das ein wichtiges Signal. »Wenn Scharnebeck nicht ausgebaut werden sollte, drohen die ARA-Häfen an Bedeutung zu gewinnen«, mahnt er.

Noch ist der Neubau zwar nicht beschlossen, aber alleine die Aufnahme der Projekts in die Kategorie »vordringlicher Bedarf« in den BVWP stimmt die Branche zuversichtlich

 

Quelle: Binnenschifffahrt – ZfB – 2016 – Nr. 7, Von Thomas Wägener

27.05.2016
„Gesamtkonzept Elbe“ muss Zukunftsperspektive für Binnenschifffahrt aufzeigen

Exner_Elbschifffahrtstag 2016

Martin Exner, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK-Lüneburg-Wolfsburg, präsentiert auf dem Elbschifffahrtstag 2016 den Sachstand zum Elbe-Seitenkanal und die Arbeit des Bündnis Elbe-Seitenkanal (BESK) e.V., Foto: Stephan Wallocha

Hamburg (Handelskammer Hamburg) – Der Elbe Allianz e.V. hat die Bundesregierung aufgefordert, die Beratungen zum „Gesamtkonzept Elbe“ in diesem Jahr abzuschließen und für eine auskömmliche Finanzierung sowie zügige Umsetzung nachhaltiger Unterhaltungsmaßnahmen Sorge zu tragen. Im „Gesamtkonzept Elbe“ sollen die verkehrliche Nutzung der Mittel- und Oberelbe sowie die wasserwirtschaftlichen Anforderungen mit der Erhaltung des Naturraums Elbe in Einklang gebracht werden. „Insbesondere mit Blick auf die letzten beiden Jahre, welche durch extremes Niedrigwasser geprägt waren, ist dies auch dringend notwendig.

Die unzureichenden Unterhaltungsmaßnahmen der letzten Jahrzehnte haben diese schwierige Situation für die Schifffahrt weiter verschärft“, so Stefan Kunze, Vorsitzender des Elbe Allianz e.V., vor mehr als 100 Teilnehmern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung in der Handelskammer Hamburg. Eine konsensuale Lösung zwischen Wirtschaft und Umwelt könnte darin liegen, zunächst die Beweggründe beider Seiten zu akzeptieren, so Kunze weiter. Der Wirtschaft gehe es um die Verbesserung der Schiffbarkeit bei Niedrigwasser, den Umweltverbänden um die Bekämpfung der Sohlerosion bei Mittelwasser. Die Diskussionen im Beratergremium des Gesamtkonzeptes Elbe würden diese beiden Themen in den kommenden Monaten in den Fokus nehmen. Im Rahmen des Elbschifffahrtstages wurde zudem die Bedeutung des Elbstromgebiets mit seinen Kanälen hervorgehoben und der Systemcharakter der Wasserwege für den Transport von Waren unterstrichen.

Ganz in diesem Sinne wurde auch die gegenseitige Mitgliedschaft zwischen dem „Bündnis für den Elbe-Seitenkanal e.V.“ und dem Elbe Allianz e.V. bekannt gegeben. „Wir freuen uns auf die künftige Zusammenarbeit und den Austausch. Der Elbschifffahrtstag 2016 hat eindeutig gezeigt, dass sowohl die Mittel- und Oberelbe als auch die Kanäle von enormer Bedeutung für die Region sind“, so Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Lüneburg-Wolfsburg und Leiter des Bereiches Standortpolitik.

Der Elbe-Seiten-Kanal spielt seine Vorteile in der ganzjährigen Nutzbarkeit als Ladungsbringer für den Hamburger Hafen aus, wogegen die Elbe dreilagige Containerverkehr und vor allem Projektladung gut ermöglicht. Die erfreuliche Einordnung des Ersatzbaus der Schleuse Scharnebeck im neuen Bundesverkehrswegeplan 2030 belegt, welches Potenzial der Kanal gerade nach Beseitigung des Flaschenhalses der alten Schleuse hat.

Organisatoren des Elbschifffahrtstages sind die Elbe Allianz e.V. in Kooperation mit der Handelskammer Hamburg und weiteren elf Partnern aus Wirtschaft und Verwaltung (darunter der BESK e.V.). Die Elbschifffahrtstage finden seit den 1930er Jahren im zweijährigen Rhythmus in verschiedenen Städten entlang der Elbe statt. Die Elbe Allianz e.V. ist ein Zusammenschluss von rund 100 Unternehmen aus der verladenden Wirtschaft und der Verkehrswirtschaft, Landes- und Kommunalbehörden sowie regionalen Industrie- und Handelskammern beiderseits der Elbe einschließlich der Tschechischen Republik (www.elbeallianz.org).

25.01.2016
Umschlagsrekord im Hafen Lüneburg

Hafen Lüneburg

Foto: Hafen Lüneburg GmbH

Lüneburg (Hafen Lüneburg GmbH) - Der Umschlag der Hafen Lüneburg GmbH hat sich das zweite Jahr in Folge gesteigert und folgt damit dem allgemeinen positiven Trend der Transporttonnage auf dem Elbeseitenkanal. In 2015 wurden insgesamt knapp 290.000 to an Massengut und Fertigprodukten über den Hafen und die Industriebahnen bewegt.  Sowohl im Schiffsumschlag, als auch im Bahnumschlag gab es eine positive Entwicklung. 

In 2015 haben 197 Binnenschiffe den Hafen Lüneburg angesteuert und ca. 234.000 to an Massengut transportiert. Über die Industriebahnen wurden ca. 53.000 to an Massengut und Fertigprodukten bewegt.

Würde die gesamte Transportmenge mit dem LKW transportiert werden, so entspricht dieses etwa 13.000 LKW Fahrten oder einer LKW-Kette von ca. 400 Km Länge. Das entspricht der Fahrstrecke von Lüneburg nach Düsseldorf.

Die positive Entwicklung resultiert vor allem aus einer Steigerung des Umschlages von landwirtschaftlichen Produkten + 62 % und Steinen und Erden + 29 %. Grund hierfür ist unter anderem eine in 2015 erfolgte Ansiedlung eines Baustoffhändlers, mit einem eigenen Umschlagsplatz, direkt im Hafen Lüneburg. 
 
Die Perspektive zur weiteren Steigerung des Umschlages, wird, auch aufgrund aktueller Erweiterungsplanungen der Raiffeisen-Getreidelagerhaus Lüneburg-Embsen GmbH, als positiv eingeschätzt. Die Gesellschaft plant, auf bereits erworbenen Flächen, die Errichtung einer Düngemittelhalle, die sowohl vom Binnenschiff, als auch über die Bahn mit moderner Umschlagstechnik bedient werden kann.

Seitens der Hansestadt Lüneburg und der Hafen Lüneburg GmbH wurden in 2015 für einen Baubeginn dazu die notwendigen Voraussetzungen geschaffen. Das Baugelände wurde mit einer neuen Zufahrtsstraße in Verlängerung der Otto-Brenner-Straße erschlossen und seitens der Hafen Lüneburg GmbH wird derzeit die Grunderneuerung der Hafenbahn vorangetrieben, um zukünftig die vorhandene Bahninfrastruktur wieder vollumfänglich nutzen zu können.

Unter der Voraussetzung unveränderter, volkswirtschaftlicher Rahmenbedingungen rechnet die Hafen Lüneburg GmbH derzeit mit einem mittelfristig weiteren aber moderaten Anstieg der Jahresumschlagsmengen über den Hafen und die Lüneburger Industriebahnen. 

Der 1975 / 1976 im Zusammenhang mit dem Neubau des Elbe-Seitenkanals errichtete Hafen bietet aber darüber hinaus noch weiteres Entwicklungspotential, da die vorhandene Hafeninfrastruktur Mitte der siebziger Jahre großzügig ausgestaltet wurde. 

Mit seinen 7 Binnenschiffsliegeplätzen, seiner ausgedehnten und leistungsfähigen Bahninfrastruktur ist der Hafen Lüneburg der größte Binnenhafen am Elbeseitenkanal. Er ist baulich hervorragend für die gleichzeitige  Abfertigung mehrerer Binnenschiffe und Güterzüge ausgelegt.

Eine strukturelle Entwicklungsperspektive bietet zudem die östlich gelegen Landzunge des Hafens an der Elso-Klöver-Straße, da hier derzeit ein ca. 1,3 ha großes Grundstück, das sich im Eigentum der Hansestadt Lüneburg befindet, zum Verkauf und zur Ansiedlung hafenaffiner Unternehmen angeboten wird.

07.01.2016
Containertransport im Hinterland des Hamburger Hafens per Binnenschiff legt auf den Kanälen kräftig zu

Schiffshebewerk Stau

Foto: Tamme/nh

Uelzen (WSA Uelzen) - Die regional ermittelten Verkehrszahlen des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Uelzen an den Abstiegsbauwerken am Elbe-Seitenkanal und in der Osthaltung des Mittellandkanals liefern für 2015 Rekordwerte beim Containertransport. Erstmals wurden fast 100.000 TEU am Schiffshebewerk Lüneburg in Scharnebeck registriert.

Positive Entwicklung von 2014 bestätigt

Am Schiffshebewerk Lüneburg und der Schleuse Uelzen wurde der Vorjahreswert von 11 Millionen transportierten Ladungstonnen auch in 2015 wieder erreicht. An der Schleuse Sülfeld in Wolfsburg am östlichen Mittellandkanal konnte der Vorjahreswert um 4% auf 11,2 Millionen Tonnen sogar noch gesteigert werden.

Starke Zuwächse bei Containern

Besonders deutlich fielen die Zuwächse beim Transport von Containern aus. Am Elbe-Seitenkanal wurden erstmals fast 100.000 Standardcontainer (TEU – „Twenty-foot Equivalent Unit“) in einem Jahr transportiert. Dies entspricht einer Steigerung von ca. 20%. „Vor dem Hintergrund eher fallender Containerzahlen im Hamburger Hafen eine ganz beachtliche Entwicklung“ erläutert Kai Römer, Sachbereichsleiter Schifffahrt beim Wasser- und Schifffahrtsamt Uelzen.

Hilfreich für diese positive Entwicklung waren der erneut eisfreie Winter 2014/15 und die milde Witterung im Dezember 2015. Außerdem führten, wie schon 2014, die fast durchgehend niedrigen Wasserstände auf der Elbe zu einer stärkeren Nutzung des Kanalsystems.

29.10.2015
Starkes Wachstum erfordert Bau der Schleuse Lüneburg. Hamburg tritt dem Bündnis Elbe-Seitenkanal e.V. bei

BESK-Beitritt HH

Foto: Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation

Im Bundesverkehrswegeplan soll dem Ausbau der Hinterlandverbindungen zu den norddeutschen Seehäfen ein Vorrang eingeräumt werden. Auch das Nationale Hafenkonzept sieht die Notwendigkeit zur Engpassbeseitigung auf den Wasserstraßen der Kategorie A und die Anpassung an die Schiffsgrößenentwicklung vor. Nun ist das Schiffshebewerk Scharnebeck der limitierende Faktor im Hinterlandverkehr des Hamburger Hafens, da es technisch anfällig ist und bereits heute seine Kapazitätsgrenze nahezu erreicht hat. Trotzdem beabsichtigt die Bundesregierung derzeit, das Hebewerk erst 2052 nach Ablauf der technischen Lebenszeit zu ersetzen.

Im ersten Halbjahr 2015 ist der Binnenschiffsumschlag im Hamburger Hafen um 16 Prozent gestiegen. So betrug die Gesamtsumme der transportierten Güter von Januar bis Juni 2015 rund 6.415.000 Tonnen (gegenüber 5.529.220 Tonnen im gleichen Zeitraum des Vorjahres). Das stark wachsende Umschlagvolumen im Hamburger Hafen macht eine effiziente Organisation der Hinterlandverkehre dringend erforderlich. In der Verkehrsprognose 2010 bis 2030 des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) wird ein Zuwachs auf Binnenwasserstraßen bis 2030 von plus 20 Prozent prognostiziert. Dies ist gleichbedeutend mit einem Durchgangsverkehr von 9,3 Mio. Tonnen am Schiffshebewerk Scharnebeck in 2030. Tatsächlich wurde diese prognostizierte Transportmenge bereits in 2014 mit 10,8 Mio. Tonnen deutlich übertroffen. Diese Zahlen machen deutlich, vor welchen Herausforderungen unser Verkehrssystem steht.

Hamburgs Wirtschaftssenator Frank Horch: „Hamburg engagiert sich für einen höheren Anteil der Binnenschifffahrt im Hinterlandverkehr. Der Erfolg unserer Bemühungen manifestiert sich in der erfreulichen Steigerung des Binnenumschlags um 16 Prozent im Hamburger Hafen im ersten Halbjahr 2015. Mit unserem Beitritt zum Bündnis Elbe-Seitenkanal e. V. unterstreichen wir die große Bedeutung dieser Binnenwasserstraße für den Hamburger Hafen. Der Elbe-Seitenkanal hat ein erhebliches Transportpotenzial, welches wir insbesondere aus Umwelterwägungen nutzen sollten. Voraussetzung hierfür ist die Realisierung der Schleuse Lüneburg. Dafür werden wir uns gemeinsam mit Niedersachsen und den Bündnispartnern weiterhin gegenüber dem Bund einsetzen.“

In ca. zehn Jahren werden auf allen norddeutschen Wasserstraßen die heute gängigen Binnenschiffe mit 110 Meter Länge fahren können. Der für Niedersachsen wichtigste Hafen in Hamburg kann allerdings mit diesem Schiffstyp nicht erreicht werden. Für große niedersächsische Unternehmen – wie die Volkswagen AG – ist der Transport auf der Wasserstraße mit kleineren Schiffstypen nicht wirtschaftlich. Das Schiffshebewerk muss daher vorzeitig durch eine Schleuse mit 225 Meter Länge ersetzt werden.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies: „Wir freuen uns außerordentlich, dass nach Niedersachsen auch Hamburg dem ‚Bündnis Elbe-Seitenkanal‘beitritt. Dieses ist ein ganz wichtiges politisches Signal. Im Unterschied zu den bekannten Äußerungen des Bundes sind die Planungen für die neue Schleuse weit fortgeschritten: Ein gut eingespieltes Planungsteam steht zur Verfügung. Zwei Millionen Euro für die technische Planung und die Vorbereitung der Planfeststellung wurden bereits ausgegeben. Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat gerade vor wenigen Tagen weitere zehn Millionen Euro für die Fortsetzung der Planung bereitgestellt. Zudem ist der Neubau auch im Sinne der Richtlinie für die transeuropäischen Netze ein wichtiges Projekt und kann mit bis zu 100 Millionen Euro – das sind 40 Prozent der Baukosten – aus EU-Mitteln gefördert werden. Hierfür muss das Projekt allerdings in den Bundesverkehrswegeplan 2015 aufgenommen werden. Wir wollen die Binnenwasserstraßen weiterhin zu einem wesentlichen Bestandteil der Güterinfrastruktur ausbauen. Dazu müssen sie aber leistungsfähiger sein! Der Elbe-Seitenkanal wird ohne die notwendige Schleuse Lüneburg seine Leistungsfähigkeit nicht behalten. Dann bleibt das Abstiegsbauwerk ein Nadelöhr.

“Dr. Jürgen Glaser, stellvertretender Vorstand des Bündnis Elbe-Seitenkanal (BESK) e.V.: „Wir freuen uns ganz besonders, dass die Freie und Hansestadt Hamburg heute dem Bündnis beigetreten ist: Im norddeutschen Verbund mit Niedersachsen, den Landkreisen entlang des Kanals und einer Vielzahl von Unternehmen werden wir uns nun gemeinsam für die Aufnahme des Projekts in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans und für die Bereitstellung der erforderlichen Mittel für den Bau einsetzen. Der Neubau eines zweiten Abstiegsbauwerks in Scharnebeck, die Schleuse Lüneburg-Scharnebeck, ist zwingend erforderlich, um auch in Zukunft Transporte auf dem Elbe-Seitenkanal nach dem heutigen Stand der Technik, d.h. wirtschaftlich und ökologisch effizient durchführen zu können.“

Das Ende 2014 auf Initiative der IHK Lüneburg-Wolfsburg gegründete Bündnis Elbe-Seitenkanal (BESK) e.V. führt die Interessen von Landkreisen und Städten, Häfen und umschlagenden Unternehmen sowie Kammern und Verbänden zusammen und will die verkehrsinfrastrukturelle Leistungsfähigkeit des Elbe-Seitenkanals langfristig sichern und erhöhen. Um dies zu erreichen und die regionale und nationale Relevanz des Kanals zu verdeutlichen, sensibilisiert der BESK e.V. Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung. „Aus der Sicht der IHK war der Beitritt Hamburgs eine zwangsläufige Entscheidung. Schließlich ist der ESK beim Verkehrsträger Binnenschiff die Aorta des Hamburger Hafens“ so Martin Exner, stellv. Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg.

16.10.2015
Elbe-Seitenkanal: Haushaltsausschuss schafft Möglichkeiten zur Verlagerung auf umweltfreundliche Verkehrsträger

Berlin, 16.10.2015 (BÖB) - In seiner gestrigen Sitzung hat der Bundestagshaushaltsauschuss den Etat des Bundesverkehrsministeriums bestimmt. Durch eine Anhebung der Gesamtausgaben für Neubaumaßnahmen im Wasserstraßenbereich wurden unter anderem 10 Mio. Euro für weitere Planungsmittel der Schleuse Scharnebeck bewilligt. Dazu Boris Kluge, Geschäftsführer des Bundesverbandes Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB): „10 Mio. Euro für die Planungen der neuen Schleuse am Elbeseiten-Kanal sind ein starkes Zeichen für die Zukunft der Hinterlandanbindung des Hafen Hamburgs. Nicht nur für deutschen Binnenhäfen sondern auch für das gesamte System Wasserstraße. Damit signalisiert der Bundestag jetzt seine ganze Unterstützung, auch wenn das Projekt noch nicht vom Bundesverkehrswegeplan bestätigt ist.“

Weitere 20 Mio. Euro stellt der Haushaltsauschuss für das neue Innovationsprogramm ISETEC III und für die LNG-Infrastruktur in Häfen (18,50 Mio. Euro) bereit. „Der Beschluss des Haushaltsausschuss verbindet sich hervorragend mit dem Nationalen Hafenkonzept, dass die gemeinsame Forderung von See- und Binnenhäfen nach Förderprogrammen für Hafeninnovationen und LNG-Terminals in Häfen als Maßnahmen berücksichtigt hat.“, so Boris Kluge.

Erleichtert reagiert der BÖB darauf, dass für die Binnenhäfen wichtige Förderprogramme wie die KV-Förderung, die NE-Schieneninfrastrukturförderung, aber auch die Gleisanschlussförderung, trotz nicht ausgeschöpfter Mittelansätze in den Vorjahren in ihrer Höhe Bestand haben. „Ohne die Planungssicherheit, die langlebige und kostenintensive Eisenbahninfrastruktur und KV-Infrastruktur mit Hilfe der Förderungen zu realisieren, sind wir im Wettbewerb der Verkehrsträger kaum in der Lage, Verlagerungen von den hochbelasteten Straßen zu erreichen.“

Der Haushalt 2016 zeigt erfreulicherweise auch, dass die angestrebte Überjährigkeit der Mittel gut funktioniert. „Das Thema ist nicht mehr, ob wir genug Mittel haben, sondern wie wir diese schneller verbauen können. Wir sollten uns also mit den Ursachen beschäftigen, warum Projekte im Schienen- und Wasserstraßenbereich so lange dauern. Hier muss eine ehrliche Analyse her“ so Kluge.

16.09.2015
IHK informiert Abgeordnete. Klares Bekenntnis gefordert
SHW 16 Sept 15
 
Foto: Wege/nh
 
Eine Reihe von Abgeordneten des Deutschen Bundestages hat heute zusammen mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann, das Schiffshebewerk in Scharnebeck besucht. Gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik tauschten sie sich auf Einladung der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg über Kapazitätsentwicklungen und Verkehrsprognosen des Elbe-Seitenkanal (ESK) sowie über die dringende Notwendigkeit eines Schleusenneubaus aus.
 
Mit Blick auf die bevorstehende Aufstellung des Bundesverkehrs-wegeplans warb Olaf Kahle, Präsident der IHK Lüneburg-Wolfsburg, um Unterstützung für eine neue Schleuse in Scharnebeck. „Die Schleuse muss so schnell es geht geplant und gebaut werden. Laut Verkehrsprognose für das Jahr 2030 ist in fünf bis acht Jahren Schluss am Schiffshebewerk – dann sind die Kapazitätsgrenzen erreicht“, sagte Kahle. In Richtung Bund fügte Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, hinzu: „Die norddeutsche Wirtschaft braucht jetzt ein klares Signal.“  Den vielen Worten müssten endlich Taten folgen. „Kommt die Schleuse Ende des Jahres nicht in den Bundesverkehrswegeplan 2015, ist sie für die nächsten 25 Jahre vom Tisch“, stellte Zeinert klar. Der Parlamentarische Staatssekretär Enak Ferlemann sicherte zu, dass die Argumente für die Schleuse in die Bewertung zum neuen Bundesverkehrswegeplan einfließen werden.
 
Nach einer Besichtigung der Schleuse diskutierten die Bundespolitiker mit den Teilnehmern über die überregionale Relevanz des Elbe-Seitenkanals und der Schleuse für die Binnenschifffahrt – beispielsweise auch für die wirtschaftliche Entwicklung zwischen Lüneburg und Wolfsburg und die Anbindung des größten deutschen Überseehafens Hamburg an sein Hinterland.
 
Prof. Dr.-Ing. Hans-Heinrich Witte, Präsident der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt wies darauf hin, dass die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung  des Bundes alle erforderlichen fachlichen Voraussetzungen für eine Entscheidung vorbereitet habe. „Vorrang hat jedoch die Grundinstandsetzung des Schiffshebewerks Scharnebeck.“ Martin Köther, Leiter des Wasser- und Schifffahrtamtes Uelzen, zufolge würde es sich bei der neuen Schleuse in Scharnebeck mit einer Fallhöhe von 38 Metern um die größte Sparschleuse der Welt handeln.
03.07.2015
Neue Schleuse in Scharnebeck dringend notwendig. IHK-Gutachten zeigt: Ohne Bau sind Entwicklungspotenziale bedroht

IHK-Pressemeldung_2015_07_03

Gruppenfoto: Sie haben das Gutachten zum Ausbau des Elbe-Seitenkanals vorgestellt (v.l.): Professor Dr. Jan Ninnemann von der Hanseatic Transport Consultancy, IHK-Hauptgeschäftsführer Michael Zeinert und Jens Aßmann, Leiter der Abteilung Verkehr, Hafen und Schifffahrt bei der Handelskammer Hamburg. Foto: Wege/nh

Am Schiffshebewerk Scharnebeck droht bereits ab 2020 ein Kapazitätskollaps. Denn unter den gegebenen Voraussetzungen ist lediglich ein Warenumschlag von zwölf Millionen Tonnen möglich. Der Bedarf liegt aber weit höher. So ließe eine neue Schleuse die Transportkapazitäten auf 20 bis 24 Millionen Tonnen ansteigen. Zu diesem Ergebnis kommen Gutachter des Hamburger Unternehmens Hanseatic Transport Consultancy (HTC), die im Auftrag der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg die Gütermengenentwicklung, die Kapazitätssituation und die Wirtschaftlichkeit am Elbe-Seitenkanal (ESK) untersucht haben. Beteiligt an der Finanzierung des Gutachtens waren außerdem die IHK Braunschweig, die Handelskammer Hamburg, das Bündnis Elbe-Seitenkanal, die Elbe-Allianz sowie die Kammerunion Elbe/Oder.

„Zurzeit ist das Schiffshebewerk im norddeutschen Raum das Nadelöhr für alle Binnenschiffe vom oder zum Hamburger Hafen. Wenn dort nicht investiert wird, gefährdet das Entwicklungspotenziale und Arbeitsplätze in der gesamten Region“, fasst Michael Zeinert, Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg, das Ergebnis des Gutachtens zusammen. Die Häfen in Lüneburg, Uelzen und Wittingen hätten durch ihre trimodale Anbindung in den vergangenen Jahren besonders stark von dem Verkehrswachstum auf dem ESK profitiert – wären aber auch besonders von einer Stagnation betroffen. Die IHK macht sich daher seit Jahren für den Neubau der Schleuse in Scharnebeck stark und hatte HTC erstmals 2013 beauftragt, das Transportpotenzial und die regionalwirtschaftlichen Effekte des Elbe-Seitenkanals zu untersuchen.

Für die neue Studie hat Prof. Dr. Jan Ninnemann, Geschäftsführender Gesellschafter von HTC, die Abschätzung des Transportpotenzials aus 2013 erneuert. Grundlage dafür ist eine aktualisierte Prognose der Gütermengenentwicklung auf dem Elbe-Seitenkanal bis 2030. „Die Verkehrsentwicklung auf dem Elbe-Seitenkanal stieg 2014 gegenüber dem Jahr 2011 allein um rund 28 Prozent auf knapp 11 Millionen Tonnen an – und ist damit deutlich dynamischer, als wir es in unserem ersten Gutachten aus dem Jahr 2013 prognostiziert hatten“, sagt Ninnemann. Außerdem zeige die Studie, dass dies auf langfristige Entwicklungen im Umfeld des ESK zurückzuführen sei und sich das Wachstum weiter fortsetze.

Die präsentierten Zahlen kann Jens Aßmann, Leiter der Abteilung Verkehr, Hafen und Schifffahrt bei der Handelskammer Hamburg, gut nachvollziehen: „Die Entwicklung spiegelt sowohl die große Dynamik des Hamburger Hafens als auch die erhebliche Relevanz des Elbe-Seitenkanals für die Binnenschiffsverkehre von und nach Hamburg wider.“ Um die Prognosen der Gütermengenentwicklung zu aktualisieren, haben die Gutachter neben der Umschlagsentwicklung im Hamburger Hafen auch die gesamtwirtschaftliche Entwicklung und die wirtschaftliche Situation im Hinterland des Elbe-Seitenkanals berücksichtigt. Außerdem wurden Gespräche mit Hafen- und Umschlagbetrieben, regionalen Wirtschaftsförderern und Großverladern wie der Volkswagen AG und der Salzgitter AG geführt. „Die Zeichen stehen ganz klar auf weitere Zuwächse beim Umschlag über den Elbe-Seitenkanal“, stellt Gutachter Ninnemann fest.

Ein weiteres Fazit: „Der Transport per Binnenschiff über den ESK ist heute schlicht unattraktiv für Verlader“, sagt Ninnemann. Eine umfangreiche Analyse der Wirtschaftlichkeit verschiedener Binnenschiffstypen habe verdeutlicht, dass ausgerechnet die modernen und kostengünstigen Schiffstypen das Schiffshebewerk entweder gar nicht oder nur mit erheblichen Mehrkosten passieren können. „Viele Auftraggeber weichen stattdessen auf die Verkehrsträger Straße oder Schiene aus“, sagt Ninnemann.

Laut IHK-Hauptgeschäftsführer Zeinert ist es dringend erforderlich, die politischen Entscheidungsträger zu überzeugen, dass die neue Schleuse in Scharnebeck schnellstmöglich realisiert werden muss: „Dafür ist es notwendig, die Schleuse im kommenden Bundesverkehrswegeplan 2015 mindestens im ‚Vordringlichen Bedarf‘ zu platzieren. Gelingt das nicht, ist das Projekt höchstwahrscheinlich innerhalb der kommenden 25 Jahre nicht mehr realisierbar“, sagt Zeinert. Zuversichtlich stimmt ihn, dass ein breites Bündnis eine Modernisierung des Schiffshebewerks befürwortet: Bereits Anfang Juni hatte der Niedersächsische Landtag fraktionsübergreifend einen sogenannten Entschließungsantrag für den Neubau der Schleuse in Scharnebeck verabschiedet. Kurz darauf haben sich Umweltverbände, Vertreter der Länder Niedersachsen und Hamburg sowie mehrere Kammern mit einer gemeinsamen Erklärung bei Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt für das Bauvorhaben eingesetzt.

18.06.15
Starkes Bündnis für Elbe-Seiten-Kanal: Länder, Kammern und Umweltverbände fordern erstmals gemeinsam Neubau der Schleuse Lüneburg

PM_20150618

v.l. : Michael Zeinert (IHK Lüneburg-Wolfsburg), Senator Frank Horch (Freie und Hansestadt Hamburg), Beatrice Claus (WWF), Minister Olaf Lies (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Wolfgang Weber (Niedersächsisches Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr), Jens Aßmann (HK Hamburg).

Eine besondere Allianz aus Wirtschaft - Umwelt - Politik hat sich jetzt für den Elbe-Seiten-Kanal formiert. In einem breiten Bündnis für den Elbe-Seiten-Kanal fordern die Länder Niedersachsen und Hamburg erstmals mit Umwelt- und Wirtschaftsverbänden geschlossen einen Neubau der Schleuse Lüneburg am Elbe-Seiten-Kanal.

Hannover, 18.06.2015 (Nds. Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr) - In einem gemeinsamen Schreiben fordern die IHK Lüneburg, die Handelskammer Hamburg, der BUND - Landesverband Niedersachsen -, der WWF sowie die Bundesländer Niedersachsen und Hamburg die Bundesregierung auf, den Neubau der Schleuse Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes 2015 aufzunehmen. Dadurch soll ein Engpass im norddeutschen Wasserstraßennetz beseitigt werden. Michael Zeinert, Geschäftsführer der IHK und Vorsitzender des BESK e.V., hat das Schreiben mit unterzeichnet.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Lies: „Die niedersächsischen Wirtschaftsregionen Wolfsburg, Salzgitter, Braunschweig und Hannover sind auf einen leistungsfähigen Wasserstraßentransport sowohl für Massengüter als auch für Container angewiesen. Wenn jetzt nicht schnell gehandelt wird, wird sich das Schiffshebewerk in Scharnebeck in den nächsten Jahren zum absoluten Nadelöhr in Norddeutschland entwickeln. Wir können nicht bis zum Jahr 2052 warten, wenn das heutige Schiffshebewerk ohnehin ersetzt werden soll. Deshalb fordern wir den Bund auf, den Neubau der Schleuse Lüneburg in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans 2015 aufzunehmen. Die Schleuse muss 2025 fertig sein. Wir wollen keine jahrelange Debatte, sondern wir brauchen den konsequenten Ausbau, wenn wir dem zunehmenden Bedarf gerecht werden wollen. Wir sind froh, dass wir für diesen Vorstoß eine breite Allianz bilden konnten und von Umweltverbänden und Kammern die notwendige Unterstützung bekommen. Dieser Schulterschluss ist etwas ganz Besonderes."

Senator Horch: „Hamburg braucht als drittgrößter deutscher Binnenhafen und größter deutscher Seehafen leistungsfähige Hinterlandanbindungen, um das Wachstum der kommenden Jahre zu bewältigen. Eine neue Schleuse Lüneburg ermöglicht durch ihre Zuverlässigkeit und die größeren Abmessungen technisch und wirtschaftlich einen Quantensprung für die Binnenschifffahrt."

BUND und WWF unterstützen das Vorhaben ausdrücklich. Gemeinsam erklären sie: „Der Transport der Güter über die Wasserstraße ist ein ökologisch sinnvoller Weg, wenn mit dem Elbe-Seiten-Kanal die vorhandenen künstlichen Wasserstraßen genutzt werden. Hiervon profitieren alle Güterarten, sowohl der Massenguttransport als auch der Containertransport."

Die IHK Lüneburg-Wolfsburg und die Handelskammer Hamburg erwarten durch den Neubau der Schleuse deutlich niedrigere Transportpreise und eine Attraktivitätssteigerung für den Binnenschiffstransport. Damit werden flächendeckend die Standortbedingungen der Wirtschaft entlang der norddeutschen Wasserstraßen verbessert.

Das Umschlagvolumen der Seehäfen wird in den nächsten Jahren drastisch ansteigen. Mit die größten jährlichen Zuwachsraten wird der Hamburger Hafen verzeichnen. Allein beim Containerumschlag wird eine Mengensteigerung von 10 Mio. TEU auf über 16 Mio. TEU in 2030 erwartet. Aus diesem Grund muss der Verkehrsträger Binnenschiff eine größere Rolle im Hinterlandverkehr der norddeutschen Seehäfen einnehmen.

Die Leistungsfähigkeit des gesamten Elbe-Seiten-Kanals ist durch das Schiffshebewerk in Scharnebeck begrenzt. Mit seiner Troglänge von nur 100 m ist die Passage von Großmotorgüterschiffen (Länge = 110 m) und übergroßen Großmotorgüterschiffen (Länge = 135 m) nicht möglich. Diese Schiffsgrößen sind heute Standard in der Binnenschifffahrt, wenn die Infrastruktur es zulässt.

Durch den Neubau der Schleuse Lüneburg mit einer Länge von 225 m wird die Leistungsfähigkeit der Wasserstraßenverbindung über den Elbe-Seiten-Kanal im Hinterlandverkehr verbessert, da dann alle Schiffsgrößen verkehren können. Größere Binnenschiffe sind deutlich wettbewerbsfähiger. Hinzu kommen weitere Vorteile durch die höhere Zuverlässigkeit der Schleuse sowie die Verringerung von Warte- und Schleusungszeiten. Insgesamt werden Impulse zur Stärkung der Binnenschifffahrt im gesamten norddeutschen Wasserstraßennetz erwartet, da in den nächsten Jahren auch weitere Wasserstraßenabschnitte wie z.B. dem Stichkanal Salzgitter fertiggestellt werden sollen. Zurzeit werden die angemeldeten Projekte der Länder in einem abschließenden Schritt der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans 2015 den Prioritätskategorien zugeordnet. Niedersachsen hat hierbei den Neubau eines zweiten Abstiegsbauwerks (Schleuse Lüneburg) bei der Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans 2015 angemeldet, um den bestehenden Engpass am Schiffshebewerk Scharnebeck zu beheben.

05.06.15
IHK begrüßt klares Landtags-Votum zum Elbe-Seitenkanal. Neue Schleuse in Scharnebeck wichtig für Hafenhinterlandverkehr

ESK-Hebewerk

Luftaufnahme: Eine neue Schleuse am Schiffshebewerk Scharnebeck ist Voraussetzung, damit das Transportpotenzial des Elbe-Seitenkanals ausgeschöpft werden kann, zeigt ein IHK-Gutachten. Foto: Tamme/nh

Die niedersächsische Landesregierung wird sich beim Bund für den Bau einer neuen Schleuse im Schiffhebewerk Scharnebeck einsetzen und die Bedeutung des Elbe-Seitenkanals hervorheben. So hat es der niedersächsische Landtag am Donnerstagabend einstimmig beschlossen. „Gerade vor dem Hintergrund der laufenden Arbeiten zum nächsten Bundesverkehrswegeplan begrüßen wir das klare Votum pro Elbe-Seitenkanal und pro Bau einer Schleuse in Scharnebeck“, sagt Martin Exner, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der IHK Lüneburg-Wolfsburg. Die IHK Lüneburg-Wolfsburg hat sich bei Gesprächen mit Parlamentariern für den Schleusenneubau eingesetzt, engagiert sich für die Aufnahme des Vorhabens in den „Vordringlichen Bedarf Plus“ des Bundesverkehrswegeplans 2016 auch im „Bündnis Elbe-Seitenkanal“.

Dass jetzt parteiübergreifend alle vier im Landtag vertretenen Fraktionen den sogenannten Entschließungsantrag gestellt und sich damit für das Bauvorhaben stark gemacht haben, sei ein wichtiger und richtiger Schritt, sagt Exner: „Eine Schleuse ist eine zwingende Voraussetzung für eine weitere Verlagerung von Gütern aufs Binnenschiff im Hamburger Hafenhinterlandverkehr. Notwendig ist der Bau außerdem, damit die Häfen Lüneburg, Uelzen und Wittingen erfolgreiche Kooperationen entwickeln können.“

Ein Gutachten im Auftrag der IHK hatte bereits Ende 2013 ergeben, dass das Schiffshebewerk ein Nadelöhr für das gesamte norddeutsche Binnenwasserstraßennetz darstellt. Die für 2030 prognostizierten Gütermengen könne es nicht bewältigen. „Wenn es keine adäquaten Strukturen für den Hafenhinterlandverkehr gibt, ist das nicht nur ein direkter Nachteil für den Hamburger Hafen: Es schadet auch unserer gesamten nordost-niedersächsischen Region“, sagt Exner.

Denn aktuell werden laut IHK-Gutachten nur zehn Prozent der auf dem Kanal transportierten Güter auch in den Häfen der Region umgeschlagen. Das könnte sich nach einer Erweiterung des Schiffshebewerks Scharnebeck ändern. In der Folge könnten sich logistische Dienstleister ansiedeln – und zahlreiche Arbeitsplätze in der Region schaffen. „Eine weitere Voraussetzung dafür ist der durchgehende Bau der A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg. Dann sind unsere Hafenstandorte von der Infrastruktur her optimal aufgestellt“, sagt Martin Exner.